Ausrüstung und Packen für Alpencross – mit Packliste

Packliste Alpencross und „Tour de France “ (light)

Excel-Datei: Packliste Alpencross und „Tour de France “ (light) direkt über diesen Link downloaden!

Packen ist ein Thema! Vor allem für die, die sich auf ihr erstes Projekt vorbereiten. Es gibt dazu diverse Erfahrungsberichte und Listen im Internet. Und die Empfehlungen sind durchaus recht unterschiedlich.

Hilfreich ist, wenn man am Anfang darüber nachdenkt, was man machen will. Geht es eher über Schotter und einfache Trails oder auf steinige, verblockte und technische Abschnitte im Hochgebirge. Unsere erste Tour ging über die Berge, eine Mischung aus Trails, Schotter, Straße. maximale Höhe 2.500m.

Die zweite Tour war eher eine Radtour durch Frankreich, mit 80% Straße und 20% Schotter. Bei beiden Touren waren wir gut ausgerüstet.

Unsere Grundvoraussetzungen waren:
Rucksack statt Fahrradtaschen
Ziel waren weniger als 7 Kilo
Unterkünfte in Hotels, Pensionen und B&B
Eher Cross-Country als Downhill

Für die Planung und Materialbeschaffung sollte man Zeit einplanen. Es ist sicher kein Fehler drei Monate vorher damit anzufangen, denn vor allem beim ersten Projekt braucht man einiges an Ausrüstung. Das fängt beim Rucksack an, geht über die Kleidung zu Werkzeug etc. Bei unserem Alpencross 2015 hatten wir bis auf Radtrikots, Hosen, einen kleinen Rucksack oder Radschuhe kaum passendes Equipment. Wir mussten in Ausrüstung investieren und pro Person hatten wir am Ende etwas über tausend Euro Budget verbraucht. Das fing mit einem vernünftigen Rucksack an, ging über Regenjacke und Regenhose zu Schuhen, neuen Helmen, zu Windjacke, Karten, Verbandszeug u.s.w.

Viele Sachen habe ich zu reduzierten Preisen bei Versendern gekauft oder im Ausverkauf bei Larca oder anderen Sportläden in und um Stuttgart besorgt. Das ist zwar viel Aufwand, auch nicht toll für den Einzelhandel und nicht alle Sachen passen farblich zusammen aber ansonsten hätten wir eher das doppelte Budget bereithalten müssen.

Hier mal grob unsere Aufstellung über das eingekaufte Material

Ausrüstung (bezahlt / regulärer Preis):
Rucksack – 85 € / 139 €
Kartensatz – 28 €
Software, Apps – 40 €
Radbrille – 89 € / 139 €
Satteltasche – 13 €
Erste Hilfe Pack – 12 €
Ersatzschläuche – 24 €
iphone Halterung – 70 €
Akkupack – 25 €
Bremsbeläge – 24 €
Lenker und Vorbau – 60 € / 130 €
Energieriegel – 29 € / 39 €
Reifen – 72 € / 144 €

Klamotten
Radhose kurz trägerlos – 39 € / 79 €
Radhose kurz mit Träger – 40 € / 90 €
MTB Short – 40 / 90 €
Trikot 1 – 40 € / 70 €
Trikot 2 – 19 € / 59 €
Superdünne Windjacke 35 € / 89 €
Regenjacke 100 € / 140 €
Regenhose 50 € / 79 €
Schuhe (hoch) – 139 € / 239 €
Handschuhe – 15 € / 49 €
Beinlinge – 19 € / 49 €
Armlinge – 10 € / 39 €

Dazu noch Kleinkram wie Ersatzbremsbeläge, Kettennieten, kleine Satteltasche etc.

Was hat sich bewährt und was zu viel?
Wir hatten pro Person zwei Ersatzschläuche dabei. Gebraucht hatten wir einen. Bei einer Tour in die Alpen würde ich wieder zwei Paar mitnehmen. Meine Vorstellung, dass es unterwegs viele Radläden gibt, war zumindest auf unseren Routen eine Illusion. Gebraucht haben wir sie aber auch nicht.

Die Dämpferpumpe hatten wir in den Alpen dabei aber nie gebraucht. Bei unserer Frankreichtour haben wie sie weggelassen.

Die Alpencross-Radschuhe (1 mal Shimano, einmal Vaude) waren in den Alpen gut aber nicht zwingend nötig. Im Hochgebirge und bei steinigen und verblockten Strecken sind sie sicher notwendig. Wenn man eher Schotterwege und Trails fährt, geht es auch mit normalen Radschuhen.

In den Alpen sind zwei Trikots und zwei Hosen kein Fehler, vor allem, wenn das Wetter wechselhaft ist und es auch mal regnet. Ohne Sonne und bei niedrigen Temperaturen bekommt man die Sachen nach dem Auswaschen bis zum nächsten Morgen nicht mehr richtig trocken.

In den Alpen hatten wir uns so ausgerüstet, dass wir auch einen Wettersturz überstanden hätten. Regenhose, Faserpelz, Regenjacke, Überschuhe etc. hatten wir dabei und auch gebraucht. Bei unserer Frankreichtour haben wir Armlinge und Beinlinge weggelassen, dito die Regenhose. In Frankreich hätte ich auch die zweite Radhose nicht zwingend gebraucht. Die Sachen waren am nächsten Morgen getrocknet.

Für die Frankreichtour hatte ich auch noch in Reifen investiert. Hier hatte ich leicht laufende Marathon Renn-Reifen von Conti genommen. Mit drei Bar Druck sind die deutlich leichter gelaufen. Die Investition hat sich gelohnt! Im Gebirge wären sie nichts gewesen. Die Seitenwangen sind sehr dünn und die Reifen haben wenig Profil.

Navigation lief bei uns über iphone und Komoot. Karten hatten wir zur Sicherheit mit. Das waren über 300 Gramm. Gebraucht haben wir sie nicht. Einmal hat in Canazei eine Route nicht funktioniert. Wir sind dann über eine Schotterstraße nach unten und durch Zufall in einen guten Trail gekommen. Ab da, wo es wieder Internet gab, konnte ich die Route neu berechnen. Wir sind bei beiden Touren mit der Navigation über Komoot sehr gut hingekommen. Kann sein, dass das bei extremeren Routen nicht funktioniert. Ich habe mit iphone und Komoot gute Erfahrungen gemacht.

Die Dämpferpumpe haben wir bei der zweiten Tour weggelassen, weniger Energieriegel mitgenommen, zweiten Schlauch weggelassen.

Bei der Alpentour hatte ich nur ein normales T-Shirt dabei, keine Badehose und kein Hemd. Das hab ich mir dann auf der Tour nachgekauft bzw. bei der zweiten Tour eingepackt.

Dieses Jahr hatten wir unsere Ausrüstung noch etwas ergänzt. Wir haben uns sehr leichte, lange Outdoorhosen besorgt, dito T-Shirt und zwei leichte Windjacken. Mit einem T-Shirt und einem kurzen Hemd, dazu ein leichter Faserpelz und sehr leichten Schuhen (dünne Sohle mit etwas Stoff drüber ca. 210 Gr./Paar) waren wir leicht ausgestattet. Alle Sachen waren aus Kunstfaser und sehr schnell gewaschen und getrocknet. Damit konnte man auch mal Essen gehen oder sich abends im Ort zeigen. Generell braucht man nach der Tour wenig, denn wenn man jeden Tag 5-8 Stunden unterwegs ist, sind die Ansprüche abends recht begrenzt.

Ach ja, wie in der Liste zu sehen, habe ich alles mit der Küchenwage gewogen. Bis das Ergebnis so war wie hier dargestellt hat es etwas gedauert. Wahrscheinlich fehlen auch ein paar Kleinigkeiten wie z.B. Kreditkarte und Geld oder eine Packung Tempos. Das ist aber zu vernachlässigen. Auch, dass ich an einem heißen Tag die zweite Flasche mit Wasser im Rucksack getragen habe. Das sind dann zwar 700 Gramm mehr aber das ist völlig ok. Grundsätzlich muss es passen und mit 7 Kilo bei der Alpentour und ca. 5 1/2 für Frankreich war das gut zu tragen und keine Qual.