2016 – Vater Sohn Projekt (2): Tour de France (light)

1. Nochmal und wenn ja wohin?

Unsere erste Tour über die Alpen im Vorjahr war toll und wir haben viel dabei gelernt. Über das Unterwegs sein, über das Packen, über Anstrengung, über Glück und auch, dass wir ein ziemlich gutes Team sind.

Irgendwann im letzten Spätsommer sind wir Rad gefahren, haben an unsere Tour gedacht und etwas rumgesponnen, ob wir a.) sowas nochmal machen würden und b.) falls ja, wohin.  Luca hatte erstaunlicherweise Lust dazu. Immerhin wird er bald 15 und viel hatte ich von anderen Leuten über pubertierenden Kinder, über Probleme und Entfremdung gehört oder gelesen.  Vielleicht kommt das noch aber zu dem Zeitpunkt hatten wir beide Lust auf ein neues Abenteuer.

Die großartigsten Momente im letzten Jahr waren eigentlich nicht die technisch schwierigen Passagen und Trails. Die schönsten Momente waren die in der Natur. Und dabei gar nicht unbedingt die spektakulären Aussichten. Es war das Unterwegs sein, sich frei fühlen, ins Neue aufbrechen. Oft waren es kleine Momente. Von daher ging die Idee nicht in Richtung Alpen und technische Trails, sondern erste Ideen waren Kalifornien, Neuseeland, Irland oder Norwegen. Wie man halt rumspinnt.

Geeinigt haben wir uns dann auf Frankreich. Die Landschaft ist toll und es gibt super Essen. Beides mögen wir gerne. Das Ziel: Von Lyon durch die Provence ans Meer.

 

2. Vorbereitungen:

Im letzten Jahr hatte ich ein Buch (Alpencross light). Diesmal hatte ich nichts in die Richtung gefunden. Die Tour habe ich mit Karten, Reiseführer, Google Maps, Booking.com und Komoot geplant. Die Tagesetappen zwischen 60 bis 85 km. Das Ziel eigentlich immer eine schöne Unterkunft und hier hab ich viel Zeit vor Booking.com verbracht.

Herausgekommen ist am Ende folgende Route:

  1. Lyon – Beausemblant (62 km / 177hm)
  2. Beausemblant – Chabeuil (60 km / 210hm)
  3. Chabeuil – Truinas (20 km / 1206hm)
  4. Truinas – Vaison la Romaine (62 km / 644hm)
  5. Vaison la Romaine – Lourmarin (83 km / 1725 hm)
  6. Lourmarin – Olivieres (82 km / 1200hm)
  7. Olivieres – Hyeres (76 km / 920 hm)

3. Gepäck, Klamotten, Anreise:

Vom letzten Jahr hatten wir ja schon eine gute Packliste und unsere Ausrüstung. Die Räder habe ich noch mit leichten Conti Marathon Reifen ausgestattet, da wir hauptsächlich kleine Straßen und Schotterwege fahren würden.

Losgezogen sind wir so mit 5 1/2 kg für Luca und ca. 6 1/2 kg Gewicht auf dem Rücken. Ein paar Sachen vom letzen Mal haben wir weggelassen wie z.B.: Dämpferpumpe, 2ten Ersatzschlauch, Regenhose, Stulpen, Karten oder auch die Jambox. Dafür kam diesmal ein kurzes Hemd dazu, eine Badehose und ein zweites T-Shirt. Insgesamt lohnt es sich auf das Gewicht zu schauen und sich auch ein paar leichte Sachen anzuschaffen.

Die Navigation haben wir wieder über Komoot gemacht. Ich habe die Routen vorher zuhause geplant und dann über die iPhone-App laufen lassen. Insgesamt hat das super funktioniert.

Die Anreise haben wir per Bahn gemacht und eigentlich kam die Route auch ein wenig daher. Ich bin auf über die Buchungsmaschine der Bahn auf ein Angebot nach Frankreich gestoßen: Stuttgart – Marseille für zwei Personen (1 Erwachsener, 1 Jugendlicher) für 65 € in der zweiten Klasse und 95 € in der ersten Klasse. Die Rückfahrt lag auf ähnlichem Niveau.
Ich hab als zweimal 1. Klasse im TGV gebucht und so kommt man für 180€ mit Vater, Sohn und Fahrrädern von Stuttgart bis nach Südfrankreich. Genial!

Die Räder dürfen zwar nicht direkt mit in den Zug aber man kann die Räder rausmachen, Plastikfolie drum und dann gilt das ganze als Gepäck. Etwas mulmig war mir dabei schon, weil ich nicht wusste, ob das klappt. Es ging aber völlig problemlos.

 

  1. Tag: Pfingstsonntag 15. Mai 2016

Der Zug ging um 13 Uhr ab Stuttgart. Mit dem Bus zum Bahnhof, dann in den IC nach Karlsruhe.

In Karlsruhe die Räder über den Bahnsteig schleppen. Geht für kurze Strecken aber wirklich gut war, dass ich die Hotels bei Anreise nach Lyon und für die Abreise ab Marseille direkt am Bahnhof gebucht habe.

Der TGV ist super! Angenehm, bequem und schnell.

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In Lyon angekommen waren es nur 200m zum Ibis Hotel. Es war Pfingstsonntag, alles ziemlich leer und auch etwas kühl. Wir waren noch etwas essen, gut geschlafen und schon war der erste Tag um.

 

2. und 3. Tag: Pfingstmontag, 16. Mai und 17. Mai 2016

Heute soll also die Tour richtig losgehen. Die Räder sind zusammengebaut, wir sind angezogen. Ein paar Kilometer aus Lyon heraus nehmen wir noch den Zug und dann geht es für zwei Tage entlang der Rhone in Richtung Süden. Wir haben kräftigen Wind aber der kommt (wie meist auf der Tour) von hinten und schiebt uns auf der ohnehin fast flachen Strecke noch an. So sind wir schon nach ein paar Stunden an unserem ersten Ziel angekommen. Ein altes Landschlösschen mit Pool.

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Leben wie Gott in Frankreich, so hatten wir uns das vorgestellt!

Zweiten Tag weiter an der Rhone entlang. Wieder Rückendwind und wieder waren wir recht früh bei unserer Unterkunft. Irgendwie fehlte uns ein wenig die Natur. Die ersten beiden Tage waren nur flache Radwege und hier hätten wir die Etappen länger machen können.

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Zwei Tage ging es immer an der Rhone entlang.

 

4. Tag: 18. Mai 2016

Heute haben wir den Fluss verlassen und es ging rein ins Land und Richtung Provence. Kleine Landstraßen, Schotterwege und malerische kleine Dörfer. Dazu eine Natur, die in voller Frühlingsfreude üppig blüht und alles in saftiges grün, gelb oder ganze Wiesen von den Mohnblumen rot leuchten lässt.

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Wir hatten heute zwar nur 50 km aber dafür Gegenwind und gut 1200 Höhenmeter. Teilweise strahlend blauer Himmel, dann wieder bewölkt und windig.

Unser Ziel heute war das „La Souche“ in Truinas. Bei Booking.com war die Unterkunft sehr gut bewertet. Sie liegt oben auf einem Berg „am Arsch der Welt“ und mit super Ausblick. Als wir ankommen, werden wir nett begrüßt. Es gibt Hunde auf dem Anwesen, die waren aber eingesperrt. Luca mag Hunde total gerne und dann durften sie raus und das war wirklich toll. Vier fette Viecher. Zwei weiße Riesen, die Schafe behüten und  gegen Wölfe und sogar gegen Bären kämpfen. Bei uns waren sie aber sehr nett.

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Das Haus wird von zwei Schweizern betrieben. Er war Ingenieur, sie arbeitete bei einer Bank. Sehr herzlich, kochen gut, geben sich mit dem Essen und dem Anwesen Mühe. Futter gibts wo es geht von den lokalen Biobauern um die Ecke. Sie haben sogar an ihrem kochfreien Tag für uns gekocht. Eine andere Schweizerin war noch da, sie hatte auch noch zwei Hunde und so war das ganze ziemlich familiär, zumal alle Deutsch sprachen. Nur den Pool konnten wir nicht wirklich nutzen, weil es einfach zu kalt war.

5. Tag: 19. Mai 2016

Der Tag beginnt mit Regen und einem platten Reifen. Es ist kalt und der Wind pfeift uns heftig entgegen. Dafür dürfen wir den Berg runter, etwa 10 Kilometer geht es immer wieder bergab, theoretisch. Praktisch bremst uns der Wind an den flacheren Stellen komplett aus. Unter im Tal fahren wir etliche Kilometer gegen den Wind. Der Tacho zeigt noch 10 km pro Stunde und wir strampeln etwas entnervt. Dazu ist es kalt und Luca zieht alle Klamotten an, die er dabei hat. Auf der Gegenseite kommen uns Rennradfahrer entgegen geschossen. Sie haben den Wind von hinten. Allerdings sagt mir meine App, dass auch wir in kurzer Zeit die Richtung wechseln und dann sollte der Wind für arbeiten und uns anschieben. Und so kommt es dann auch. Mit dem Wind von hinten fahren wir locker 35 km pro Stunde und kommen bestens voran. Am späteren Nachmitag kommen wir in Vaison la Romaine an.

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Abends wollen wir Essen gehen aber bis dahin ist noch etwas Zeit. Wir relaxen im (schönen) Zimmer, ich wasche die Klamotten aus und dann stiefeln hoch auf die Burg und der Wind pfeift unglaublich.

6. Tag: 20. Mai 2016

Vor dem Tag hatten wir ein wenig Respekt. Freunde hatten uns gesagt, dass sie in Hyeres sind. Dort waren wir schon einige Male in einem wunderbaren Landhaus mit ihnen. Wir hatten uns eigentlich 2 Tage in einem schönen Hotel direkt am Meer gebucht uns am Ende aber dagegen entschieden. Das hieß aber auch die Route umzubauen und die gebuchten Unterkünfte zu stornieren. Das ist wirklich ein großer Vorteil bei den Hotelplattformen. Oft kann man bis einen Tag vorher seine Pläne ändern. Allerdings hatten wir jetzt längere Touren, um die Strecke in der uns verbliebenen Zeit zu schaffen. Heute sollten es 85 km bei 1.700 Höhenmetern werden und von gestern waren die Beine noch schwer.

Es wurde so ziemlich der schönste Tag der Tour. Das Wetter war gut, der Wind kam nicht mehr so stark und von hinten. Und die Strecke war wirklich wunderbar.

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Toller See auf der Tour. Die Farbe war wirklich so.
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Und die ersten Kirschen waren reif!

Mittags haben wir Pause gemacht und gegessen. Zum Teil waren wir in Orten, die der Reiseführer als besondere Orte benannt hatte. Allerdings hatten wir meist kaum Muße irgendwas dort zu machen. Zum einen sind die Räder da, die wir nicht mit einem dünnen Schloss rumstehen lassen wollten, zum anderen steckt man in den Radklamotten und dazu hat man noch im Hinterkopf, dass man noch 30 oder 40 Kilometer vor sich hat.

Von daher sind die großen touristischen Highlights für uns meist viel weniger wichtig als z.B. eine gute Unterkunft. Und die hatten wir heute. Eine Hammervilla mit großem Pool, netter Gastgeberin und das hatten wir nach der Tour heute auch verdient.

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Zufrieden am Spätnachmittag.

 

7. Tag: 21. Mai 2016

Heute nochmal 83 km aber weniger Höhe. Auch das war ein toller Tag. Was ich an den Radtouren mit am meisten mag ist der Morgen – so nach dem Frühstück, wenn man seine Sachen zusammensammelt, den Rucksack aufsetzt, einen letzten Blick ins Zimmer wirft, ob man irgendwas vergessen hat und dann der neue Tag vor uns liegt. So ein wenig aufgekratzt, neugierig, das „jetzt geht es los Gefühl“ und dann fährt man mit dem Rad los. Das hat was von Freiheit und Abenteuer. Luca geht es ähnlich. Er mochte den Moment auch.

Unterwegs wird die Welt dann kleiner. Wir fahren über Stunden in unserem Tritt und Trott. Manchmal hat es fast etwas meditatives. Der Körper tritt und oben im Kopf schaue ich die Landschaft an. Eine totgefahrene Schlange, rote Wiesen, nette Orte, Landschaft, Strecke. Es ist eine „Spiegel-Online-Freie-Zeit“. Das Weltgeschehen zieht sich ins Kleine zusammen und irgendwie tut das sehr gut.

An die längeren Strecken haben wir uns jetzt gewöhnt und wir könnten noch lange so weitermachen. Dabei ist heute schon unser vorletzter Tag. Unglaublich wie die Zeit bei der Tour vergeht, wenn man wochenlang vorher plant und trainiert.

Unsere letzte gebuchte Unterkunft ist auch nett. Ein B&B von zwei älteren Herrschaften betrieben. Auch sie kochen gerne und abends bekommen wir ein Vier Gänge Menü und es wird ein lustiger Abend mit Madame et Monsieur. Er ist schon 84 aber noch rüstig, lustig. Das ist wie Abendessen bei Opa und Oma.

 

8. Tag: 22. Mai 2016

Unser letzter Tag. Wir wollen Gas geben und möglichst früh in Hyeres sein. Es sind etwas über 60 km und wir denken, dass wir das unter drei Stunden schaffen. Auf der Hälfte des Weges kommt uns Jürgen entgegen, der uns abholt. Jürgen ist ein „Tier“ auf dem Rennrad und mit seiner 6 Kilo Maschine fährt er zwischen locker und gelangweilt, während wir schon in den Wiegetritt gehen.

Die Tour wird dann doch noch 20 km länger als geplant, weil Jürgen einen schöneren Rückweg kennt und so kommen wir am frühen Nachmittag in Hyeres an. Luca ist ziemlich platt, weil das Tempo auch nochmal höher war. Dafür entschädigt uns das Haus, der Pool und das Treffen mit Freuden. Das unsere Tour jetzt vorbei ist, realisieren wir gar nicht richtig, weil wir ja auch noch zwei Tage dableiben.

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Unser Haus in Hyeres mit Blick auf Wiesen und eine uralte Mühle.
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Unsere Tour ist zu Ende. Belohnungseis mit Abschluss-Selfie.

 

9.-12. Tag: „Ruhepause“, Krank, Marseille und Heimfahrt. 22.-25. Mai 2016

Luca war nach der Ankunft zwar erst mal platt aber kaum fünf Minuten später war er im Pool, dann Tischtennis spielen, dann zwei Stunden im Meer zum Surfen (versuchen), abends dann nochmal Tischtennis.

Der Ruhetag selber war ziemlich mäßig. Es war Mistral und es hat so geblasen, dass die Gläser auf dem Tisch umgefallen sind. Nachmittags ging es Luca nicht so gut. Erst war ihm schlecht, dann hat er gespuckt (und zwar reichlich), dann kam Fieber dazu, dann wurde wieder gespuckt und so ist der Abend mit Wadenwickeln vergangen.

Am nächsten Tag war es besser aber Luca blieb bis zur Heimfahrt angeschlagen. Ich haben den Vormittag damit verbracht die Räder wieder zu verpacken. Das sind echte Kunstwerke geworden und diesmal hab ich die Räder separat vom Rahmen verpackt. Die bessere Lösung und leichter zu tragen.

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Gegen Mittag ging es mit dem TGV von Hyeres nach Marseille. Eine gute Stunde Fahrt. Entlang am Meer. Unser Hotel lag wieder direkt am Bahnhof, grad über die Straße. Holliday Inn Express. Nicht so charmant aber sehr praktisch und für Luca auch gut, denn er hat sich ins Bett gelegt und es gab sogar Deutsches Fernsehen. Sein Tag war gerettet. Der Magen immernoch verknotet aber Baguette und ein paar Süßigkeiten und Limo gingen ganz gut. Sicher nicht die ärztliche oder mütterliche Empfehlung aber immerhin ist es drin geblieben.

Ich bin dann in die Stadt gegangen, Austern essen. Und war doch überrascht. Marseille hat mir gefallen. Sehr belebt, viele marokkanische oder arabische Menschen und Läden und Märkte. Viel los in der Stadt. Tolle Läden, dann der Hafen, Restaurants. Schade das Luca nicht dabei sein konnte.

Morgens um 8 fuhr dann unser Zug. Wieder 1. Klasse im TGV und zügig durch Frankreich, etwas schleppend ab Straßbourg bis Karlsruhe und dann träge und langsam mit dem IC nach Stuttgart. Dort ins Taxi, wo die Räder grad so reingepasst haben und wir waren wieder zuhause.

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Und jetzt? Wieder eine tolle Tour. Wieder zu schnell zu Ende und eigentlich könnte ich gleich wieder losziehen. Wir zwei Jungs waren wieder ein gutes Team: Stressfrei, beide völlig zufrieden. Wenn ich die Tour nochmal planen würde, ginge es wahrscheinlich ab Grenoble los und dann stärker durch die Berge und tiefer in die Provence aber das ist eine andere Geschichte und wenn der liebe Gott will, gibt es vielleicht eine Fortsetzung.

2015 – Vater Sohn Projekt: Alpencross (light)

1. DER ANFANG

Irgendwann letztes Jahr entstand die Idee, einen Alpencross zu machen. Vater und Sohn, ein gemeinsames Projekt. Die Idee haben wahrscheinlich viele und man denkt dann drüber nach und fände das eigentlich ganz gut aber dann vergisst man es wieder und die Zeit vergeht. Nun war mein Sohn 13 und so langsam merkt man, wie Freunde immer wichtiger werden, die Eltern mehr in den Hintergrund treten und die Zeit, wo er vielleicht Lust auf so ein Projekt hat nicht mehr unendlich ist.

Im Herbst und Winter 2014 haben wir hin und wieder mal darüber gesprochen, ob wir Lust dazu hätten. Eigentlich hatten wir beide Lust aber das war so unverbindlich und nicht wirklich ernst.

Dann kam ein Tag, ich weiß noch, Luca hatte sich beim Sport verletzt und eine Wunde hatte sich entzündet. Er musste spontan fünf Tage für Infusionen ins Krankenhaus. Als ich zu ihm ins Krankenhaus gegangen bin, habe ich ihm was zum Lesen mitgebracht und das war ein Buch über MTB-Technik und auch zwei zum Thema Alpencross. Und so haben wir im Krankenhaus auf seinem Bett gelegen und die Bücher durchgeblättert. Das eine Buch nannte sich „Alpencross light“ und eigentlich trifft der Titel genau das, was ich mir mit ihm vorgestellt hatte und das war: Zeit zusammen, ein Projekt, dass uns fordert, das gelingen und auch vielleicht misslingen kann, großartige Natur und etwas Abenteuer. Was ich nicht wollte war sportliche Höchstleistung und „Höhenmetergeklopfe“. Mir ging es wie schon gesagt eher um ein Zusammen, Draußen, Natur und Bewegen.

Ich war offen gesagt ein wenig eingerostet. Ich hatte vor Jahren Sport studiert, war lange und intensiv mit dem Skateboard unterwegs, mit Snowboard, Ski und Mountainbike, habe Kurse gegeben etc. In den letzten Jahren wurde der Sport immer weniger, Riesling und gutes Essen wurden wichtiger. Mir war also schon klar, dass ich was tun musste. Letztendlich hatten wir an dem Tag den Entschluss gefasst, das ganze zu starten aber so richtig geglaubt hatte ich daran nicht.

So vor 12 Jahren hatte ich bei Markus Storck gearbeitet und hatte aus der Zeit noch mein Organic, dass aber nie wirklich mit neuen Teilen versorgt wurde. Ich hatte das Teil früher recht aktiv „geritten“, bin immer lieber den Berg runter, schnell über Trails und ein wenig gesprungen. Einen Alpencross hätte ich dem Teil nicht mehr so richtig zugetraut und so langsam fing ich an, nach einem neuen Rad zu schauen.

 

2. DIE VORBEREITUNGSZEIT

An einem Nachmittag im April lag ich mit meinem Ipad in der Badewanne und habe mal wieder nach Rädern geschaut. Bei Rose bin ich auf ein Vorführrad – Uncle Jimbo – gestoßen, Modelljahr 2013, um 50% reduziert. Statt 2.800 € gab es das Rad also für 1400 € und ich hab das Ding noch in der Badewanne ohne viel nachzudenken bestellt.

Das neue Rad auf der ersten Reise in Südfrankfreich

Das neue Rad war der Moment wo es ernster wurde! Wenn ich schon ein neues Rad kaufe, dann hat das doch auch Folgen. Jetzt musste ich das ganze ernst nehmen. Zudem hatte ich auch schon dem einen oder anderen von dem Gedanken erzählt und mich damit natürlich auch selber etwas unter Druck gesetzt.

Ich hatte in den Uni-Zeiten zwar MTB Kurse gegeben und wir waren auch in den Alpen für einen Kurs – aber das waren Tagestouren für den Hochschulsport. Was uns bei einem Alpencross erwarten würde wußte ich nicht, nicht wie wir wirklich trainieren sollten, was wir an Ausrüstung brauchten, welche Route, welche Wege gut sind etc.

Letztendlich habe ich mit Luca die Tour zusammen ausgesucht. Es war Tour 10 im Buch – Von Mattrei zum Gardasee – Erlebniswert hoch, ca. 400 km, gesamt ca. 11tsd Höhenmeter, wobei wir die Hälfte mit Seilbahnen überwinden konnten.

In den nächsten Wochen und Monaten begann ein ganz eigener Marathon, nämlich aus Vorbereitung, Materialauswahl, Einkauf, Training, Recherchen zu Navigationsgeräten, die Wissenschaft zu Helmen, Rucksäcken, Bekleidung, Schuhen etc., etc.

Luca fand das alles ganz gut, hat sich aber für die Orga eigentlich überhaupt nicht interessiert. Er fand die neuen Sachen super, die Schuhe, den Rucksack, mit Papa einkaufen und die ganzen Kisten, die von den Onlineversendern kamen.

Unsere Rucksäcke hatten wir hier bei einem Laden in Stuttgart gekauft und daran eine zwei Tagestour von Stuttgart nach Ansbach zu Freunden gekoppelt.

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Unsere erste Tour mit Übernachten und fast schon der finalen Ausstattung

Seit April haben wir uns mehr oder weniger intensiv vorbereitet. Luca hatte relativ wenig Lust auf Grundlagentraining; klar, war es toll mit Papa zwei Tage nach Ansbach zu fahren aber das war alles neu – Abenteuer. Die kommenden Trainingseinheiten waren aber auch 3-4 oder auch 5 Stunden strampeln, eher Strecke als Trails, eher Wege als Springen im Wald. Ihm fehlte schlicht die Motivation dazu. Ich habe mich teilweise geärgert aber auf der anderen Seite ist er recht sportlich, trainiert noch zweimal die Woche Hockey, hat Schulsport und zwischendrin springen die Jungs auf Skateboards, Trickrollern etc. durch die Gegend und sitzen eh nicht still.

… so machte es ihm Spaß, reines Grundlagentraining war langweilig.
… und auch die Touren in Frankreich fand er toll

Insgesamt haben wir uns aber doch ganz passabel vorbereitet. Seit April hatte ich bis zum Start der Tour etwa 1.700 km abgespult und etwa 25tsd Höhenmeter. Luca schätze ich auf die Hälfte.

Noch ein technischer Punkt über den ich lange gegrübelt habe: Wie finden wir den Weg? Ich hatte eine Zeit lang überlegt, ob ich mir eine Fahrradnaivi zulege – Garmin oder Falk und hier habe ich viel gelesen und mich umgehört. Letztendlich habe ich es mit dem Iphone, der genialen Halterung „Quad-Look“, Kommot als Navi und Mountainbike Pro als Aufzeichnungsgerät gelöst. Alles in allem hat das sehr gut funktioniert. Ich habe mit dem System seit April „geübt“ und konnte die Kommot so halbwegs gut interpretieren.

Richtig optimal war es noch nicht, weil die gpx Daten aus dem Buch nur per „Beta-Version“ – Tour Planen bei Kommot einzugeben sind und ganz pannenfrei lief das auch nicht – aber doch zu 95% sehr gut. Die Stromversorgung habe ich mit einem Zusatzakku gelöst und hatte hier nie Probleme mit Strom, Alblesbarkeit etc. Insgesamt würde ich die Navigation mit Iphone und den passenden Apps durchaus empfehlen!

 

3. DIE TOUR
Doch ziemlich aufgeregt ging es an einem Donnerstag im August los auf unsere Tour. Ab Stuttgart sind wir mit der Bahn bis nach Mattrei gefahren.

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Abfahrt in Stuttgart
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Warten auf die Bahn: Stuttgart – München – Innsbruck

Am nächsten Tag ging es dann richtig los. Das Wetter hatte sich nach drei Wochen Sonne nach der Vorhersage deutlich verschlechtert. Es war Regen angesagt, teilweise richtig viel und dauerhaft und wir hatten schon überlegt, ob wir die Tour vielleicht sogar abbrechen müssten. Wir haben uns dann aber dafür entschieden loszufahren und dann je nach Tag und Wetterentwicklung zu entscheiden.

 

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Erster Tag, Wetter gut und den ersten Anstieg auf den Brenner gut überwunden

Hier gabs den ersten Punkt, den man sich merken kann: Eigentlich hat der Wetterbericht für die jeweiligen Alpenorte (wetterpro) fast nie wirklich gestimmt.

Den ersten Tag hatten wir 75 km und 1150 Höhenmeter. Wir sind über Österreich nach Italien gefahren, den Brenner runter und dann irgendwann nach links abgebogen nach Mühlbach. Wir waren nach der ersten Etappe stolz auf uns! Wir waren in Italien, wir waren müde und hungrig. Und: Es hat angefangen zu regnen als wir angekommen waren (das sollte uns noch öfter passieren).

Zweiter Merkpunkt: Die Unterkünfte auf der Tour sind nicht billig und man hat viel Hunger!

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Essen, viel Essen! Meist auch recht schnell

Der zweite Tag war dann der Hammer! Der Wetterbericht hatte viel Regen vorhergesagt aber es hat nicht geregnet. Es gab Sonne mit Wolken, es gab großartige Natur, wir hatten einen schönen langen und für uns schweren Pass und die Dolomiten direkt vor der Nase. Wir haben lustige Fotos gemacht und Luca hat seine Sonnenbrille verloren. Er ist den Pass nochmal halb runter, hat sie wiedergefunden und sich gefreut! Ich saß derweil am Pass oben in toller Natur und ziemlicher Ruhe und hatte

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„Der liebe Gott“ schenkte und schönes Wetter …
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… tolle Berge …
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… und ein paar nette Besucher.

Den Tag hatten wir 70km und 1350 Höhenmeter und eine wirklich tolle Unterkunft in Abtei. Was wir nicht wussten – oder ich übersehen hatte war, das die Unterkunft nicht weit entfernt vom Ort war – aber auf dem letzten Kilometer noch 400 Höhenmeter gemacht hat. Das war so knapp vor einem Klettersteig. Die Räder konnten wir nicht mitnehmen aber wir konnten sie spontan an der Bergstation vom Lift lassen. Toller Aufstieg, tolle Location, tolles Panorama!!!

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Spontan die Räder abgestellt und beim Liftpersonal gelassen. Er meinte, wir würden den Weg mit den Rädern nicht schaffen.
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Damit hatte er recht, der Aufstieg war eher „Klettersteig“ als Mountainbikeweg

 

 

 

 

 

 

 

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Oben angekommen gab es ein großartiges Panorama und eine tolle Unterkunft (Refugio Gardinaca in Abtei)

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Das nun regnerische Wetter hatte seinen ganz eigenen Reiz, mystische Landschaften, wilde Wolken und saftiges Grün.

Der dritte Tag hat uns ziemlich erledigt, wie beim Skifahren taten die Beine weh. Die Motivation war nicht völlig im Keller aber ich hatte auch keine Unterkunft vorgebucht. Wir haben an dem Tag nur 33 Kilometer geschafft aber doch 750 Höhenmeter. Wir sind bis Canazei, hatten zwei wirklich tolle Trails und eine MTB Strecke vom Passo Pordoi nach Canazei. Der Downhill war toll aber auch nass und matschig. Als wir in Canazei angekommen sind, fing es wie aus Kübeln an zu regnen und wir haben uns auf die Schnelle eine Unterkunft gesucht. In Canazei war es voll, unglaubliche Menschenmengen, Stau auf der Straße wie im Berufsverkehr. Das einfache aber gute Zimmer kostete 120 € mit Frühstück. Nicht billig!

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Schöner und nur durch Zufall gefundener Trail am Pordoi

Die nächsten Tage hatten wir zwischen 60 und 75 Kilometer und meist so um die 800 bis 1000 Höhenmeter, einige Liftfahrten und großartige Momente.

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Mit dem Lift von Araba auf den Pordoi

In Canazei hatte es stark geregnet, auch den nächsten Tag. Hier kamen die Regensachen zum Einsatz, die Armlinge, Beinlinge etc. Hat alles gut funktioniert und was ich kaum gedacht hätte, auch bei Regen hat die Tour ihre Faszination. Die Natur sieht mit Wolken, Nebel und dem saftigen Grün toll aus und meist hat es nicht lange geregnet.

4. DIE LETZTEN 2 TAGE UND ANKUNFT GARDASEE

Ab Bozen war dann erst einmal Schluss mit den Bergen. Es ging auf einem Radweg nach Trento. Ziemlich ätzend: 60 km Radweg gradeaus und ab der Hälfte strammer Gegenwind. Für Trento hatten wir einen Pausentag geplant, da für den folgenden Tag viel Regen angesagt war. Wir hatten eine wirklich tolle Unterkunft in einer alten Villa mit Spa dabei. Genau richtig, um einen Tag auszuruhen: Die Villa Madruzzo für nur 110 € in einem 4* Hotel mit Frühstück. Verglichen mit Canazei war das ein Schnäppchen.

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Die letzten gemeinen Meter zum Hotel
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Die Villa Madruzzo in Trient. Hier lässt es sich hervorragend erholen. Schöne Zimmer, ein Spa und das beste Tatar!

Am siebten Tag ging es wieder durch großartige Natur und wir sind „planmäßig“ bis nach Riva zum Gardasee gekommen. Ziemlich platt und erfolgreich sind wir angekommen! Allerdings war da nicht nur Freude, auch etwas Wehmut war dabei. Die Vorbereitung, die Planung und das Training hatten etwa sechs Monate gedauert. Eine Zeit, wo ich viel nachgedacht, geplant, gezweifelt hatte. Und nun, so schnell war das vorüber. Die Zeit mit Luca war großartig.

Er fährt (jetzt 14) quasi auf dem selben Level wie ich. Er ist hier eher Partner auf Augenhöhe als ein kleines Kind. Wir sind technisch ähnlich gut, von der Ausdauer her auch, wir waren beide abends gleichermaßen platt.

Das Essen war oft erstaunlich ruhig bzw. wir haben eher Nahrung geschaufelt. In Bozen gab es ein „Red Bull“ zum Frühstück, etwas, was mit der Mutter dabei nicht denkbar gewesen wäre. Es hat uns eine tolle und sehr nahe Zeit gebracht. Ich denke, dass war wirklich etwas Besonders! Und deshalb war da auch etwas Wehmut am vorletzten Tag.

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Tolle Natur, schöne Trails …
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… durch den Märchenwald …
4.tagmezzocorona
… wieder essen …
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… Badepause …
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… kurz vor dem Ziel …
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… und schließlich am eigentlichen Ziel der Tour angekommen.

 

5. VIER TAGE URLAUB, EIN ENDE MIT SCHRECKEN UND EIN KLEINES WUNDER

Eigentlich wollten wir am nächsten Tag mit der Fähre über den See und dann im Süden noch ca. 20 km zu unserer Unterkunft, einem Agritourismo, wo wir noch 4 Tage bleiben wollten. Leider braucht die Fähre fast 6 Stunden über den See, was ich vorher nicht wusste. Also sind wir von Riva mit der Fähre nach Limone und hatten die Idee mit der Gondel auf den Monte Baldo zu fahren, dann mit dem Zug weiter.

Wir haben dann aber einen Shuttle erwischt und haben uns hochfahren lassen. Mit Kommot habe ich mir eine Route ausgewählt und wir sind dann in die bisher schwerste Tour gekommen. Ziemlich steinig, verblockt, steil, nass und rutschig, teilweise nahe an einem Abgrund. Technisch anstrengend und auch mental.

Bei bestem Wetter von Riva nach Limone mit der Fähre über den See.

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Ups, dass mit der Seilbahn auf den Montebaldo hätten wir uns anders vorgestellt!

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Schlechte Idee! Hunderte von Menschen standen an der Gondel an.

Vom Montebaldo in Richtung Borghese sind wir mehr durch Zufall in unsere schwerste Tour gekommen. Steil, verblockt, ein würdiger
Abschluss!
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Letztendlich hat uns meine Frau mit dem Auto aufgepickt und so war dann die Tour zu Ende. Wir hatten noch vier Tage Urlaub in denen wir die Räder nicht angefasst hatten.

Auf dem Rückweg hatten wir nochmal in dem tollen Hotel in Trento Pause gemacht. Nochmal die Villa Madruzzo: Diesmal tolles Zimmer im historischen Teil, nochmal Spa, nochmal das geilste Tatar, dass ich je gegessen hatte. Das Hotel liegt eingezäunt in einem Park, Zaun und Mauer drum, Videoüberwacht. Deshalb hatte ich auch die Räder auf dem Auto gelassen. Abgeschlossen, noch zusätzlich mit einem Schloss gesichert.

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Aua, dass sieht nicht gut aus!

Am nächsten Morgen waren die Räder weg!

Radträger leer! Schlösser geknackt! Unglauben und lange, traurige Gesichter bei uns.

Unglauben, Frust, so ein blödes Ende von einer großartigen Tour. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Ich hatte meine Versicherung noch angerufen, die haben aber sofort abgewinkt, nix versichert.

Unsere Ansprechpartnerin aus dem Hotel bat uns um Ruhe und etwas Zeit das ganze zu klären. Sie war auch völlig entsetzt, so etwas gab es in den 10 Jahren, die sie dort arbeitete noch nie. Nach einer Stunde kam sie und sagte, dass ihre Versicherung das wohl auch nicht übernehmen würde, da die Räder nicht eingeschlossen waren. Sie spricht aber mit dem Manager und wir würden eine Lösung finden.

Eine Stunde später gab es ein Meeting mit dem Hotelmanager. Sie hatten die Videoaufnahmen ausgewertet. Um ca. 3 Uhr nachts kamen zwei maskierte Männer auf das Gelände und haben die Räder gestohlen.

Was dann kam, war unglaublich! Man fragte nach dem Wert der Räder, den ich mit 3 – 3 1/2tsd. Euro bezifferte. Dann bat man um eine schriftliche Aussage, um meine Ausweis für eine Kopie und dann ist der Manager mit mir zu Bank gefahren und hat uns die veranschlagte Summe überwiesen. Einfach so!

Das war so unglaublich. Nicht nur wegen dem finanziellen Verlust. So ein Diebstahl ist nicht nur Geld, sonder auch die Räder, mit denen wir unterwegs waren, waren weg. Das fühlte sich ungeheuer beschissen an. Und dann wird diese Frustration einfach wieder aufgelöst. Das Hotel hat sich zusätzlich noch einmal entschuldigt und uns noch zum Mittag eingeladen. Das war eine Reaktion, die wir nie erwartet hätten!

Als ich am nächsten Tag zu Hause war, war das Geld bereits auf dem Konto. Wir haben uns am nächsten Tag bei einem lokalen Händler ein Trek Remedy 9 und ein EX 8 zugelegt und rollen schon wieder durch den Wald.

Was bleibt? Eine Erfahrung mit allen Gefühlslagen, eine intensive Zeit mit meinem Sohn, der Stolz das gepackt zu haben, phantastische Eindrücke, großartige Momente, Erschöpfung, Freude, Traurigkeit, Glück – alles zusammen in so einer kurzen und intensiven Zeit.

Falls jemand was ähnliches plant, könnt Ihr Euch bei mir melden. Ich gebe unsere Erfahrung gerne weiter.
Bis dahin!

Peter